hafenfeste

Hafenfest 2002, 05.10.2002 - 12.10.2002

Was alles beim Hafenfest 2002 so los war, kann man kaum beschreiben, dafür gibts zu viele kleine "Geschichtchen". Deshalb greifen wir hier auf einen Zeitungsartikel der Siegener Zeitung zürück, der ganz gut beschreibt, was alles so los war:

Alles in Butter aufm Kutter

Schoten und Zoten vom einwöchigen Hafenfest in Müsen
Kein Seemannsgarn!


Wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat..: Die "Muzena" passiert während einer ihrer "Butterfahrten" die Freibad-Fontäne.

Alles Im Lot aufm Boot, al­les in Butter aufm Kutter... Käpt'n Blau-bär hätte seine helle Freude gehabt beim 1. Müsener Hafenfest. Für eine Woche ver­wandelte sich Südwestfalens größtes Na­turfreibad (8000 qm Wasserfläche) in Deutschlands wohl höchstgelegenen Bin­nenhafen. Eine Woche lang "Butterfahr­ten" auf der MS Muzena mit Insel-Auf­enthalt, eine Woche lang heiße Nächte in der Hafen- oder Haifischbar. Eine Woche gespickt mit Höhepunkten wie Feuer­werk, Hafenkonzert oder Surf-Einlagen. Am vergangenen Samstag wurde das "Feuerlöschboot" - 11 m lang, 3 m breit, knapp 8 Tonnen schwer, 80 cm Tiefgang -aus dem "Hafenbecken" gefischt und zum Werftliegeplatz am Feuerwehrgeräte-haus verholt.

Inzwischen sickern auch mehr und mehr Begebenheiten durch, die Erwäh­nung verdienen. Wer indes glaubt, bei fol­genden Schilderungen handele es sich um fein gesponnenes Seemannsgarn, der irrt. Die Begebenheiten, so unglaublich sie zum Teil auch klingen mögen, sind wahr - genauso wahr wie die Frei­badrundfahrten, an die manch einer auch erst glaubte, nachdem er/sie/es das Spektakel mit eigenen Augen gesehen hatte. Das versichern jedenfalls, stellver­tretend für die Ausrichter, Herbert Jung (49) als Vorsitzender des TuS Musen und Martin Lau (56) als Chef des örtlichen Löschzugs. 285 Helfer plus einige DLRG-Mitglieder gewährleisteten einen reibungslosen Ablauf. Dass eine Seefahrt nicht nur lustig ist, sondern auch Appetit macht, mag die Tatsache belegen, dass allein 2200 Fisch­brötchen über die Theke gingen. Rund 1700 Passagiere schipperte die vom Was­ser- und Schifffahrtsamt zugelassene "Muzena" übers Wasser. Großen Wert leg­te die jeweils vierköpfige Besatzung auf den Sicherheitsaspekt. Gleichwohl konn­te sie nicht verhindern, dass eine Ferndorferin Bekanntschaft mit dem kalten Nass machte. Ihre Bootstour wollte die Dame indes nicht abbrechen. Tapfer, tapfer. Von seiner robusten Seite zeigte sich auch ein Müsener Paar, das es sich trotz niedriger Temperaturen auf dem Sonnendeck gemütlich gemacht hatte. Kein Wal war es, der Wasser ausblies, son­dern die im Schwimmbecken positionier­te Fontäne.

Dass ausgerechnet während des Ha­fenfestes Gäste aus der Hansestadt Ham­burg im alten Bergmannsdorf weilten, dürfte mehr oder weniger ein lustiger Zu­fall gewesen sein. Die standen dem gan­zen Treiben allerdings derart staunend gegenüber, dass sie nachher um Fotos vom Fest baten, damit ihnen daheim an der Elbe überhaupt jemand Glauben schenkt. Eine Urlauberin aus Bochum verlängerte ihren Aufenthalt am Fuß der Martinshardt um drei Tage, weil sie sich und ihrem Enkel unbedingt eine Mini-Kreuzfahrt gönnen wollte: "Ich bleibe so lange bis es klappt." Und das tat sie denn auch. Mit dem Omnibus reiste eine ältere Dame aus Hilchenbach (oder Allenbach -die Meinungen gehen da auseinander) in das Dorf "öwerm Wasser" an. An der Hal­testelle Werbelsbrunnen stieg sie aus und eilte in Richtung Kaimauer. Ihre Bitte: Geben Sie mir bitte schnell ein paar Fischbrötchen, ich muss den Bus wieder kriegen." Was ihr auch tatsächlich ge­lang. Besucher kamen aus nah und fern. Aus dem Westerwald und aus Witt­genstein ebenso wie aus Köln oder dem Sauerland. Eine Firma hielt gar eine "Ver­treterversammlung" auf dem schwim­mmenden Untersatz ab, der einst im Duis­burger Hafen stationiert war. Vereine,Freundeskreise, Nachbarn - sie alle woll­ten sich eine Bootstour nicht entgehen lassen. Auch nicht einige Bewohner und Betreuer des Altenheims St. Joseph in Wenden. Nach dem Anlegen stärkten sie sich in der Haifischbar (= Bauwagen der "Unsportlichen") mit Leckereien von Tan­te Martha.

Das - auch überregionale - Echo auf das in einer Bierlaune entstandene Fest war, so Herbert Jung und Martin Lau uni­sono, so riesig wie positiv. Eine Bilder­buchwerbung für das Dorf und die ganze Stadt Hilchenbach. Jetzt hoffen viele auf eine Neuauflage. Das Jahr 2004 böte sich eventuell an, feiert das Dorf doch dann seinen 925. Geburtstag. Doch so weit rich­ten die Verantwortlichen ihr Augenmerk momentan noch nicht. Im Visier haben sie zunächst einmal eine zünftige Fete für alle, die geholfen und zum Gelingen die­ses Großereignisses beigetragen haben.

P. S.: Nur einer hatte während der ge­samten Festwoche griesgrämig dreinge­schaut. Käpt'n Hook, der alte Pirat, emp­fing mürrisch die Besucher am Hafentor, Übel genommen hat es dem Grobian frei­lich niemand. Handelte es sich bei dem ungehobelten Kerl doch bloß um eine harmlose Kunststoff-Figur.

Und das war das Programm:

Samstag 5.10.2002 ab 14 Uhr:
- Stapellauf Löschboot
- Musik und Tanz auf der Hafenparty (in der beheizten Halle)
- Großes Feuerwerk
- Butterfahrten* für 2 Euro /Person;

Sonntag 6.10.2002 ab 10 Uhr:
- Frühschoppen Hafenkonzert mit Musikverein und Tambourcorps
- Butterfahrten* für 2 Euro /Person

Montag 07.10.2002 bis Freitag 11.10.2002:
Ab 16 Uhr im Stundentakt Butterfahrten* für 2 Euro /Person mit Möglichkeit zum günstigen Einkauf auf der schwimmenden Verkaufsinsel

Und wegen dem großen Andrang wurde das Fest einen Tag verlängert:
Samstag 12.10.2002
- Butterfahrten* für 2 Euro /Person

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